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Geschichte :: 19.02.2011 ::

Die Sathmarer Schwaben

Wechselvolles Schicksal deutscher Siedler im Nordwesten Rumäniens

Am Samisch und am Krasnastrand
bei Sathmar, Erdeed, Großkarol
grüß ich ein schönes Schwabenland
von Wäldern, Reben, Saaten voll.


Das in dieser Strophe gelobte Schwabenland ist das Siedlungsgebiet der Sathmarer Schwaben: das Sathmarland, im Nordwesten Rumäniens. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges gehörte es zu Österreich-Ungarn, kam 1920 durch den Friedensvertrag von Trianon zu Rumänien, gelangte 1940 durch den Wiener Schiedsspruch wieder an Ungarn und wurde nach dem 2. Weltkrieg erneut Rumänien angeschlossen. Seinen Namen erhielt es von der an der Samisch (Somes), einem Nebenfluss der Theiß, liegenden Kreisstadt Sathmar (rum. Satu Mare, ung.: Szatmar. Nemeti).

Zum Siedlungsgebiet der Sathmarer-Schwaben werden aber nicht nur die sich im heutigen Verwaltungskreis Sathmar befindenden schwäbischen Ortschaften gezählt, sondern auch weitere Orte mit deutscher Bevölkerung, welche in den Kreisen Bihor, Salasch und der Maramuresch liegen.

Die ersten Siedler auf dem heutigen Gebiete Rumäniens sind schon gegen Ende des 11. Jahrhunderts in das Sathmarer Land gerufen worden. In dem Privilegium, das Andreas der II. 1230 den deutschen "Gästen" von Sathmar "dilectis et fidelibus nostris hospitibus Teutonicis de Zathmar Nemethi" nach dem Vorbild des "Goldenen Freibriefes" der Sachsen ausstellte wird vermerkt, dass sie bereits zur Zeit der Königin Gisella -Anfang des 11. Jahrhunderts -hergerufen worden seien. In jener Zeit entstanden entlang des Samisch-flusses über Zillenmarkt (Zalau) bis Burglos (Dej) eine Reihe von anderen deutschen Siedlungen, deren Bewohner sich ähnlicher Rechte und Freiheiten wie die Sachsen erfreuten. Ebenso sind in den Bergwerksstädten Neustadt, auch Frauenbach (rum.: Baia Mare), und Mittelberg (Baia Sprie) deutsche Siedler bestätigt. 1391 werden deutsche Richter und Grafen von Frauenbach und Mittelberg sowie die Gesamtheit der Waldbürger und Königsfreien - civium regalium - namentlich genannt. Deutsche Siedlungen dürfte es zu jener Zeit auch um Großwaldein (Oradea) gegeben haben wie aus Prozessunterlagen des Großwardeiner Kapitels aus dem Jahre 1215 zu erkennen ist.

In diesem Prozess lehnte der Angeklagte es ab, zu den Untertanen der Burg von Szolnok gezählt zu werden, da er "frei und deutscher Abstammung" ("se esse liberum et Teutoni cum genese") sei. Um Großwardein waren auch die Vorfahren Albrecht Dürers beheimatet. Aus der Familienchronik des bekannten Kupferstechers und Malers ist zu entnehmen, dass sein Vater aus einem "Geschlecht geboren" "nit ferr von einem kleinen stättlein, genannt Jula (Gyula), acht meil wegs unter Wardein, auß ein Dörflein zu negst darbej gelegen, mit namen Eytas. .."

Die deutschen Einwohner dieser mittelalterlichen Siedlungen sind ... [alles lesen]